Schweizer hotellerie in schieflage? übernachtungszahlen sinken erstmals seit märz
Ein jähes Erwachen für die Schweizer Tourismusbranche: Im Juni verzeichneten Hotels landesweit einen deutlichen Einbruch bei den Übernachtungszahlen. Nach einem vielversprechenden Jahresstart und einem kurzen Frühling der Erholung, deutet alles darauf hin, dass die goldene Ära der Schweizer Hotellerie möglicherweise eine Zäsur erlebt.

Die zahlen lügen nicht: ein blick auf die details
Laut vorläufigen Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) sanken die Hotelübernachtungen im Juni um 2,4% auf 2,095 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Zwar blieben die Übernachtungen in der Vorperiode mit einem Rückgang von 1,6% bereits im Minus, doch der aktuelle Wert markiert den ersten monatlichen Rückgang seit März. Das ist ein Alarmsignal, besonders wenn man bedenkt, dass die ersten zwei Monate des Jahres noch positive Zahlen präsentierten.
Was noch brisanter ist: Der Einbruch wird fast ausschliesslich durch den Rückgang der ausländischen Gäste verursacht. Hier gab es einen satten Rückgang von 4,4%. Schweizer Staatsbürger zeigten zwar auch eine leichte Tendenz zum Abwarten (-0,1%), doch dieser Effekt ist vernachlässigbar. Die Situation wird dadurch umso besorgniserregender, da internationale Gäste eine tragende Säule der Schweizer Wirtschaft darstellen.
Betrachtet man den Zeitraum von Januar bis Mai, so wurden insgesamt 16,2 Millionen Hotelübernachtungen gezählt – ein Rückgang von 0,3% im Vergleich zum Vorjahr. Die Zunahme der inländischen Übernachtungen um 0,8% konnte den Rückgang der ausländischen Gäste keineswegs ausgleichen. Der BFS weist darauf hin, dass detaillierte Statistiken zu den Nationalitäten der Gäste für den Monat Juni noch nicht vorliegen, was die Analyse erschwert.
Die Branche blickt nun sorgenvoll in die Zukunft. Es ist unklar, welche Faktoren hinter dieser Entwicklung stecken. Steigende Reisekosten, geopolitische Unsicherheiten oder veränderte Reisevorlieben könnten eine Rolle spielen. Die Hoffnung ruht nun auf den kommenden Sommermonaten, in denen traditionell eine höhere Nachfrage zu verzeichnen ist. Ob diese Hoffnung berechtigt ist, wird die Zeit zeigen.
Die ersten sechs Monate des Jahres 2026 waren zwar geprägt von einem soliden Geschäft, doch die jüngsten Entwicklungen lassen erahnen, dass die Schweizer Hotellerie vor neuen Herausforderungen steht und strategische Anpassungen unumgänglich sein könnten. Die Abhängigkeit vom ausländischen Tourismus wird dabei besonders deutlich.
