Toskana-tourismus: klimabelastung durch reisen explodiert!

Ein erschreckender Bericht aus Frankreich wirft ein Schlaglicht auf die Schattenseite des Tourismus: Die Reiseaktivitäten verursachten im Jahr 2023 satte 75 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Das ist eine Zahl, die zum Nachdenken anregt, besonders wenn man bedenkt, dass der Großteil dieser Emissionen nicht im Urlaubsziel selbst entsteht.

Der heimische gast verursacht mehr als der internationale

Die neuen Daten des französischen Statistikamtes INSEE zeigen ein überraschendes Bild: Während mancherorts davon ausgeht, dass vor allem internationale Touristen die Umwelt belasten, ist es in Frankreich vor allem der Inlandsgast, der für den Großteil der Emissionen verantwortlich ist – nämlich 66 Prozent. Lediglich 34 Prozent der Emissionen sind auf Besucher aus dem Ausland zurückzuführen. Das lässt den Schluss zu, dass die Art und Weise, wie wir innerhalb Frankreichs Reisen, eine erhebliche Belastung darstellt.

Ein Großteil der Emissionen entsteht außerhalb Frankreichs. Rund 42 Prozent der Gesamtemissionen werden nicht in Frankreich, sondern in anderen Ländern verursacht. Diese Emissionen resultieren aus der Gewinnung von Rohstoffen und der Produktion von Gütern, die von französischen Touristen konsumiert werden – von der Herstellung eines Souvenirs bis zum Bau des Hotels, in dem sie übernachten. Das bedeutet, die Klimabilanz des Tourismus ist weitaus komplexer, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Flüge und autoreisen belasten das klima am stärksten

Flüge und autoreisen belasten das klima am stärksten

Der Transport ist mit weitem der größte Faktor für die hohen Emissionen. Allein Flugreisen verursachen ein Viertel (25 %) der gesamten CO₂-Bilanz des Tourismussektors, obwohl sie nur 9 % der touristischen Ausgaben ausmachen. Das verdeutlicht die enorme Kohlenstoffintensität des Luftverkehrs. Hinzu kommen die Emissionen durch Autofahrten, die weitere 30 % des Gesamts ausmachen. Im Vergleich dazu sind die Emissionen aus Unterkünften (16 %), Verpflegung (11 %) und kulturellen Aktivitäten (9 %) vergleichsweise gering.

Die Berechnung pro Euro ist alarmierend: 0,35 kg CO₂-Äquivalent pro ausgegebenem Euro – das sind 75 % mehr als der durchschnittliche Konsum in Frankreich. Diese Diskrepanz zeigt, dass unsere Sehnsucht nach Mobilität und Entdeckung einen hohen Preis für die Umwelt hat. Die Frage ist: Wie lange können wir diesen Raubbau an unseren Ökosystemen fortsetzen, insbesondere angesichts des französischen Ziels, die nationalen Umweltverschmutzungswerte zu senken?

Die Erkenntnisse aus dieser Studie sind ein Weckruf. Sie zeigen, dass die Klimabilanz des Tourismus nicht nur von den Emissionen vor Ort abhängt, sondern auch von den globalen Produktionsnetzwerken, die hinter unseren Urlaubsaktivitäten stehen. Zukünftige Entscheidungen über nachhaltige Unterkünfte, emissionsarme Transportmittel und regionale Mobilitätskonzepte werden davon geprägt sein müssen. Es gilt, das Augenmerk weniger auf die reine Anziehungskraft von Urlaubszielen zu legen, sondern vielmehr auf die langfristige Gesundheit unserer Umwelt. Denn Wachstum darf nicht auf Kosten der Natur gehen.