Reise-notfall: so schützen sie ihre gesundheit im urlaub!

Ein Urlaub sollte Erholung und neue Eindrücke bedeuten – doch Krankheit kann selbst die sorgfältigste Planung zunichtemachen. Von leicht verdaulichen Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu ernsthaften Infektionen kann das Spektrum der gesundheitlichen Risiken im Urlaub breit gefächert sein. Doch mit der richtigen Vorbereitung und ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich minimieren und der Fokus auf unvergessliche Erlebnisse legen.

Gesundheitsrisiken im blick: recherche ist alles

Bevor Sie Ihre Koffer packen, sollten Sie sich umfassend über die gesundheitliche Situation an Ihrem Reiseziel informieren. Die Website des Robert Koch-Instituts (RKI) oder die des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind hierbei ausgezeichnete Anlaufstellen. Achten Sie dabei nicht nur auf empfohlene Impfungen, sondern auch auf spezifische Risiken wie durch Mücken übertragene Krankheiten oder die Qualität des Trinkwassers. Gerade in Regionen mit schlechter hygienischer Infrastruktur ist Vorsicht geboten.

Ein Beispiel: Während für Reisen fast überall auf der Welt eine Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) empfohlen wird – die Zahl der Masernfälle weltweit steigt alarmierend an, wie das RKI meldet – benötigen Reisende, die in bestimmten Regionen Österreichs lange Zeit im Freien verbringen, möglicherweise eine TBE-Impfung. Und Schwangere sollten Costa Rica aufgrund des Zika-Virus meiden.

Doch die Recherche sollte nicht enden mit den offensichtlichen Risiken. Auch scheinbar harmlose Reiseziele können überraschende Gesundheitsgefahren bergen. Eine frühzeitige Beratung durch einen reisemedizinischen Spezialisten ist daher unerlässlich.

Die reisemedizinische beratung: ihr persönlicher gesundheits-navigator

Die reisemedizinische beratung: ihr persönlicher gesundheits-navigator

Ein reisemedizinischer Arzt geht über die allgemeinen Empfehlungen hinaus und berücksichtigt Ihre individuellen Bedürfnisse und Vorerkrankungen. Er berät Sie nicht nur zu Impfungen und Prophylaxen wie Malariamedikamenten, sondern auch zu Verhaltensregeln vor Ort – vom Vermeiden von Leitungswasser und rohem Essen bis hin zum Schutz vor Insektenstichen. Ich erinnere mich gut an eine Beratung vor einer Safari in Tansania, bei der mein Arzt neben einem Tetanus-Booster auch auf die Notwendigkeit hinwies, Trinkwasser abzukochen und einen Nachweis über die Gelbfieberimpfung mitzuführen.

Achten Sie darauf, eine Klinik aufzusuchen, die sich auf Reisemedizin spezialisiert hat. Hausärzte sind oft nicht immer auf dem neuesten Stand der globalen Gesundheitsrisiken und verfügen möglicherweise nicht über alle benötigten Impfstoffe. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheitswesen e.V. (DTG) bietet eine Kliniksuche an.

Medikamente und dokumente: die basics für unterwegs

Medikamente und dokumente: die basics für unterwegs

Packen Sie ausreichend Medikamente für die gesamte Reisedauer ein – am besten mit etwas Reserve für den Fall einer Reiseverzögerung. Holen Sie frühzeitig eine neue Verordnung von Ihrem Arzt ein, falls erforderlich. Ein kleiner Tipp am Rande: Ich habe kürzlich in der Apotheke einen Kunden gehört, der versuchte, seine Verschreibung ein paar Tage zu früh abholen zu lassen, da er in den Urlaub fahren wollte. Die Versicherung übernahm die Kosten nicht, da er die Medikamente zu früh benötigte. Ein Anruf beim Arzt wäre die bessere Lösung gewesen.

Je nach Reiseziel sollten Sie auch rezeptfreie Medikamente wie Schmerzmittel, Antazida oder Fiebersenker einpacken, da diese in manchen europäischen Ländern verschreibungspflichtig sind. Vergessen Sie nicht, Kopien Ihrer Verschreibungen mitzunehmen und gegebenenfalls eine Bescheinigung Ihres Arztes für bestimmte Substanzen zu besorgen.

Sicherheit geht vor: vorsorge und flexibilität

Sicherheit geht vor: vorsorge und flexibilität

Auch wenn man sich alle Mühe gibt, kann im Urlaub unvorhergesehenes passieren. Melden Sie sich bei der Smart Traveler Enrollment Program (STEP) des US-Außenministeriums an, um aktuelle Sicherheitshinweise und Informationen aus der zuständigen Botschaft oder dem Konsulat zu erhalten. Und denken Sie darüber nach, eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung abzuschließen, die auch einen „Cancel-for-Any-Reason“-Tarif beinhaltet. Gerade angesichts der aktuellen Entwicklungen, wie dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, ist dies eine wichtige Absicherung.

Die Welt ist voller faszinierender Orte, die darauf warten, entdeckt zu werden. Mit der richtigen Vorbereitung und einem gesunden Menschenverstand steht einem unvergesslichen und vor allem gesunden Urlaub nichts mehr im Wege.