Kreuzfahrt-boom: europas häfen brechen rekorde!
Die Zeiten der Stagnation sind vorbei: Die europäische Kreuzfahrtindustrie erlebt einen fulminanten Aufschwung, der die Erholung von der Pandemie nicht nur übertrifft, sondern sogar die Vor-Pandemie-Jahre in den Schatten stellt. Aktuelle Daten von Eurostat und Branchenanalysen bestätigen: Wir befinden uns in einer neuen Ära des Kreuzfahrt-Tourismus.
Ein quantensprung gegenüber 2019
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Jahr 2024 stiegen rund 17,9 Millionen Menschen an Bord oder verließen in europäischen EU-Häfen Kreuzfahrtschiffe – ein Anstieg von fast einem Viertel im Vergleich zu den 14,6 Millionen Reisenden im Jahr 2019. Der Absturz während der Pandemie, als es nur noch 1,2 Millionen Kreuzfahrten gab, scheint weit hinter uns zu liegen. Der Aufschwung ist real und nachhaltig.
Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der Passagiere auf Ozean-Kreuzfahrten, der mit 8,73 Millionen im Jahr 2024 einen Zuwachs von 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Selbst wenn man die Zeit vor den Reisebeschränkungen betrachtet, liegt die Zahl mit 7,39 Millionen im Jahr 2019 deutlich darunter – ein Gewinn von 18,1 Prozent über fünf Jahre. Die Nachfrage ist ungebrochen.

Italien und spanien dominieren das geschehen
Italien und Spanien setzen sich weiterhin als die führenden Kreuzfahrtnationen Europas durch. Italien führte 2024 mit 28,4 Prozent der EU-Abfahrten und verzeichnete insgesamt rund 4,9 Millionen Kreuzfahrtpassagiere (27,6 Prozent des EU-Gesamtvolumens). Spanien folgte dicht auf den Fersen mit 22,3 Prozent der Abfahrten und etwa 3,9 Millionen Passagieren (21,8 Prozent). Deutschland belegte mit 16,6 Prozent der Abfahrten und rund 2,9 Millionen Passagieren (16,5 Prozent) den dritten Platz. Fast zwei von drei Kreuzfahrtreisenden in EU-Häfen kamen aus diesen drei Ländern.
Frankreich konnte ebenfalls deutliche Zuwächse verzeichnen, mit einer Passagierzahl von 2,4 Millionen im Jahr 2024. Auch Griechenland verzeichnete in bestimmten Reisekategorien signifikante Sprünge. Die Vielfalt der Destinationen und Angebote scheint die Reisenden anzuziehen.

Deutsche führen, aber die konkurrenz schläft nicht
8,4 Millionen Europäer nahmen 2024 an einer Kreuzfahrt teil – ein Anstieg von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2025 wird ein weiterer Anstieg auf fast neun Millionen Reisende erwartet. Deutschland hält weiterhin die Spitzenposition unter den europäischen Reisenden, dicht gefolgt von Großbritannien und Irland. Italien, Spanien und Frankreich tragen ebenfalls maßgeblich zum Reisegutvolumen bei.

Ein wirtschaftsmotor mit milliarden-umsatz
Die europäische Kreuzfahrtindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 2024 wurden allein in Europa Ausgaben in Höhe von 31,3 Milliarden Euro generiert, die Arbeitsplätze sichern und regionale Märkte in Hafennähe stärken. Das breite Angebot – von sonnenverwöhnten südlichen Routen bis hin zu kühleren nordeuropäischen Reisen – spricht eine Vielzahl von Reisenden an und bietet unkomplizierte Reisen an verschiedene Destinationen, die für alle Altersgruppen geeignet sind. Die Zeiten, in denen Kreuzfahrten ausschließlich Senioren vorbehalten waren, sind längst vorbei.
Neue Schiffe verstärken die Flotten und setzen auf eine Balance zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit. Intelligente Anlegemanöver und umweltfreundlichere Technologien sind dabei entscheidend. Der Fokus liegt auf verantwortungsvollem Wachstum, das den steigenden Anforderungen gerecht wird, ohne dabei Umweltbelastungen zu ignorieren oder die Kapazitäten der Häfen zu überlasten. Die Branche hat erkannt, dass langfristiger Erfolg nur mit einem nachhaltigen Ansatz möglich ist.
