Durham: wo normannenarchitektur auf studentenleben trifft – und ein hotel den spagat schafft
Durham ist eine Stadt der Extreme. Majestätische, normannische Baukunst thront neben einem pulsierenden Studentenleben, das die Bevölkerungszahl während des Semesters verdoppelt. Steile Kopfsteinpflasterstraßen fordern mit anstrengenden Anstiegen heraus, während der sanfte River Wear gemächlich dahinfließt. Doch findet man in dieser Stadt ein Hotel, das diese Gegensätze harmonisch vereint? Das Radisson Blu, gelegen an den ruhigeren Nordufern des Flusses, scheint genau das zu versuchen.
Ein modernes refugium am ufer
Das Hotel präsentiert sich als eine Art Brücke zwischen dem lebhaften Stadtkern und der friedlichen Uferlandschaft. Schon die Anfahrt, gepaart mit dem komfortablen Parkplatz, verspricht einen angenehmen Aufenthalt. Der Empfang durch die freundliche, wenn auch noch in Ausbildung befindliche, Emily war professionell und effizient. Sie führte uns zügig zu den Aufzügen, die uns in die höheren Etagen beförderten.
Unser Zimmer, Nummer 408 im vierten Stock, bot einen atemberaubenden Blick auf den Fluss – ein wahrer „Private Box Seat“, wie es im Premium-Reiseslang so schön heißt. Die durchdachte Raumaufteilung mit einem kleinen Vorraum, Bad und Schlafbereich lässt das Zimmer geräumig wirken. Ein großes Bett, eine gemütliche Sitzgelegenheit und ein Fensterbank mit integriertem Stauraum laden zum Entspannen ein. Der Blick auf den River Wear, der sich malerisch schlängelt, kontrastiert wunderbar mit den modernen, klaren Linien der Durham University Business School auf der gegenüberliegenden Seite. Die Penny Ferry Fußgängerbrücke verbindet die beiden Ufer und erinnert an die historische Fähre, die einst an dieser Stelle verkehrte.
Das Zimmer ist nicht nur funktional, sondern auch stilvoll. Ein schicker Schreibtisch eignet sich ideal für Geschäftsreisende, während ein großer Samsung-Fernseher für entspannte Stunden sorgt. Ein Exemplar von „Business Traveller“ lag bereit, was darauf hindeutet, dass das Hotel sowohl Geschäftsleute als auch Urlauber anzieht. Der Stauraum bietet neben Spiegel und Safe auch eine Kaffeemaschine von Krups mit hochwertigen Bohnen aus Costa Rica und Guatemala – ein Genuss für Kaffeeliebhaber. Für Tee-Trinker und Schokoladenfans gibt es natürlich auch Alternativen. Und wer es besonders komfortabel mag, findet hier sogar einen Schuhanzieher, Nähzeug und Wäschebeutel.
Die abstrakten Landschaftsbilder an der Wand, die zahlreichen Kissen und die stimmungsvolle Beleuchtung des Kopfteils runden das Bild ab. Ein Telefon am Bett ermöglicht es, bei Bedarf Dokumente drucken zu lassen, eine Restaurantempfehlung einzuholen oder den Pace Health Club zu kontaktieren.

Kulinarische genüsse und wellness
Nach einer umfassenden Renovierung im Jahr 2024 präsentiert sich das Hotel in neuem Glanz. Das Herzstück des Hotels ist Józef’s Riverside Bar und Restaurant, benannt nach Józef Boruwłaski, einem polnischen Entertainer, der seine letzten Lebensjahre in Durham verbrachte. Sein Name ist Programm: Das Restaurant bietet eine moderne Interpretation traditioneller nordenglischer Küche. Die angrenzende Bar und die Terrasse laden zum Verweilen ein. Wir genossen hier zwei köstliche Abendessen, beginnend mit Vorspeisen wie Schwarzwurst mit knusprigem Schweinebauch oder einem Beetroot-Salat. Die Hauptspeisen reichen von klassischem Fish and Chips bis hin zu einem herzhaften, geschmorten Rinderbraten. Der Schokoladen-Orangen-Torte zum Dessert war ein wahrer Gaumenschmaus.
Ein weiteres Highlight ist der rinnovierte Pace Health Club und Spa mit Fitnessraum, Hallenbad, Whirlpool, Sauna, Dampfbad und fünf Behandlungsräumen für wohltuende Massagen und Wellnessanwendungen.
Die perfekte lage
Die Lage des Hotels ist ideal: Nicht zu weit vom Stadtzentrum entfernt, aber dennoch mit einem herrlichen Blick auf den Fluss und die Durham Cathedral. Von den Flusszimmern aus hat man einen unverbauten Blick sowohl flussaufwärts auf die majestätische Kathedrale als auch flussabwärts auf die sanfte Landschaft. Ein Besuch der National Trust Crook Hall Gardens, die sich direkt neben dem Hotel befinden, ist ebenfalls empfehlenswert – ein idyllischer Garten mit mittelalterlichem Charme.
Als besonderes Detail wurden wir bei der Ankunft mit Gutscheinen für Willkommensgetränke ausgestattet, ein Privileg, das in der Regel nur Radisson Rewards VIP-Mitgliedern vorbehalten ist. Das Hotel legt zudem Wert auf Nachhaltigkeit, wie der Einsatz von Glaswasserbehältern an den Wasserspenden auf jeder Etage zeigt. Allein an einem dieser Automaten wurden bereits über 16.000 Plastikflaschen vermieden – ein beeindruckender Wert.
