Berlin tourismus 2025: rückschlag nach starker erholung

Ein enttäuschendes jahr für berlin

Berlin verfehlte im Jahr 2025 die Marke von 30 Millionen Übernachtungen. Dies stellt eine Abkehr von der starken Erholung dar, die bereits im Jahr 2024 beobachtet wurde. Die offiziellen Zahlen wurden von Visit Berlin veröffentlicht. Die deutsche Hauptstadt verzeichnete 29,4 Millionen Übernachtungen und 12,4 Millionen Gäste – ein Rückgang im Vergleich zu 2024.

Vergleichszahlen und pandemie-effekte

Vergleichszahlen und pandemie-effekte

Im Jahr 2024 wurden 30,6 Millionen Übernachtungen und 12,7 Millionen Gäste gezählt. Diese Ergebnisse liegen unter dem Rekordergebnis von 2019, dem letzten vollständigen Jahr vor der Pandemie. Zu dieser Zeit verbrachten fast 14 Millionen Touristen über 34 Millionen Übernachtungen in Hotels und anderen Unterkünften. Burkhard Kieker, Geschäftsführer von Visit Berlin, blieb trotz der niedrigeren Zahlen optimistisch.

Berlins stärke im europäischen vergleich

Berlins stärke im europäischen vergleich

Er betonte, dass Berlin weiterhin zu den Top-Fünf Tourismusdestinationen in Europa gehört. Besonders gut schneidet Berlin bei Solo-Reisenden ab, wo es nur von Dublin übertroffen wird. Experten wiesen auf die Bedeutung von Messen und Kongressen hin. Große Veranstaltungen ziehen Besucher an, und es besteht der Wunsch nach verstärkter Werbung für diese Ereignisse, um zukünftiges Wachstum zu fördern.

Positive aussichten für 2026

Die Aussichten für 2026 sind vielversprechend. Das Jahr wird bedeutende Messen wie die ILA (Führermesse für Luft- und Raumfahrttechnik) und die InnoTrans (Fokus auf Transporttechnologie) beinhalten, die in zweijährlichen Rhythmen stattfinden und große internationale Besuchergruppen nach Berlin locken. Zudem wird Berlin 2037 sein 800-jähriges Jubiläum feiern, was potenziell den Tourismus im kommenden Jahrzehnt ankurbeln könnte.

Besucherherkunft: ein gemischtes bild

Der Inländische Tourismus dominierte im Jahr 2025 den Berliner Markt. Deutsche Besucher verbrachten über 17,3 Millionen Übernachtungen, was 58,9 Prozent des Gesamtvolumens entspricht. Zu den wichtigsten internationalen Märkten gehörten: USA (fast 1,28 Millionen Übernachtungen), Großbritannien (1,27 Millionen Übernachtungen) und die Niederlande (über 780.000 Übernachtungen). Diese Märkte verzeichneten im Vergleich zu 2024 Rückgänge, wobei die Niederlande mit einem Rückgang von über 15 Prozent am stärksten betroffen waren.

  • Türkei: über 260.000 Übernachtungen (+8,5%)
  • China: fast 233.000 Übernachtungen (+14,4%)
  • Israel: über 230.000 Übernachtungen (+9,5%)

Diese Zuwächse spiegeln Veränderungen in den globalen Reiseverhalten wider und bieten Chancen für gezielte Marketingstrategien. Trotz der Führung in Bezug auf das Tourismusvolumen innerhalb Deutschlands hinkt Berlin im Vergleich zu Städten wie München (19,7 Millionen Übernachtungen) und Hamburg hinterher, die bereits wieder das Niveau von 2019 erreicht oder übertroffen haben.

Kritik an konnektivität und infrastruktur

Burkhard Kieker kritisierte die Bundesregierung und Lufthansa scharf und bemängelte die Beeinträchtigung der Luftanbindung Berlins und Ostdeutschlands. Er wies darauf hin, dass Lufthansa Langstreckenflüge hauptsächlich von westlichen Drehkreuzen wie Frankfurt und München aus startet, anstatt zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Dies führe dazu, dass Passagiere dorthin umgeleitet werden, anstatt nach Berlin zu fliegen.

nn