United airlines: luxus-economy mit mittelblock-taktik?
Die US-Fluglinie United Airlines testet offenbar eine überraschende Neuerung für ihre brandneuen Airbus A321XLR-Jets: An einigen Reihen sollen die Mittelplätze blockiert werden. Eine Strategie, die in Europa längst etabliert ist, könnte nun auch den transatlantischen Flugverkehr revolutionieren – zumindest für einige Passagiere.

Ein hauch von eurobusiness auf transatlantischen strecken
Gerüchte über die mögliche neue Bestuhlung kursierten bereits diese Woche, und United Airlines bestätigte die Gespräche schließlich. „Wir evaluieren und testen ständig neue Wege, um uns innerhalb der Branche zu differenzieren und das Flugerlebnis bei United noch weiter zu verbessern“, so ein Sprecher des Unternehmens. Doch was steckt hinter dieser scheinbar simplen Maßnahme?
Die Blockierung der Mittelplätze erinnert an das Konzept des „Eurobusiness“, das vor allem auf Kurzstrecken in Europa üblich ist. Hier werden Economy-Sitze mit einem freien Mittelgang angeboten – oft kombiniert mit Annehmlichkeiten wie warmen Mahlzeiten. United Airlines scheint jedoch einen anderen Zweck zu verfolgen. Die neuen A321XLR verfügen bereits über luxuriöse Polaris-Suiten in der Business Class und eine separate Premium Economy Klasse. Die blockierten Mittelreihen könnten somit eine Art „gehobene Economy“-Option für Reisende darstellen, die nicht den Preis für eine Premium-Bereicherung zahlen möchten.
Kein Schlafzimmer in der Luft, aber mehr Privatsphäre Statt eines komfortablen Liegesitzes oder eines umfaltbaren Sessels bietet diese Option zumindest das Vergnügen, einen freien Sitzplatz neben sich zu haben – ein unschätzbarer Vorteil bei langen Flügen. United Airlines plant, die neuen XLR-Jets auf Langstreckenflügen nach Europa einzusetzen, was die Attraktivität dieser Option weiter erhöht.
Ein interessanter Aspekt ist auch die mögliche Auswirkung auf die Besetzungsanforderungen. Da die XLR mit blockierten Mittelplätzen nur 150 Sitze bietet, entfällt die Notwendigkeit eines fünften Flugbegleiters gemäß den FAA-Richtlinien. United Airlines hat bereits angekündigt, mindestens vier Flugbegleiter pro XLR einzusetzen.
Die Innovation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem United Airlines zunehmend versucht, neue, höherwertige Angebote in der Economy Class zu etablieren – jenseits des bekannten Economy Plus. Im März kündigte das Unternehmen beispielsweise Pläne an, sogenannte „Couch-in-the-Sky“-Sitze auf einigen Langstreckenflugzeugen einzuführen, bei denen drei Economy-Sitze zu einer Art Schlafgelegenheit umgewandelt werden.
Es bleibt abzuwarten, ob die blockierten Mittelplätze tatsächlich Realität werden. Ein Detail, das noch unklar ist: Die Maßnahme gilt offenbar nicht für die neuen A321 „Coastliner“, die auf den Top-Strecken zwischen Newark Liberty International Airport (EWR) eingesetzt werden sollen.
Die Entscheidung von United Airlines könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Branche zunehmend versucht, den Bedürfnissen verschiedener Reisegruppen gerecht zu werden – und dass der Kampf um den Komfort im Economy-Bereich weitergeht. Die Einführung der XLR-Jets mit einem Snack-Bar an Bord deutet zudem auf ein umfassendes Konzept für ein verbessertes Flugerlebnis hin.
