Kulinarische neuorientierung im gilpin spice: ralph rojas krempelt die küche um!
Das Gilpin Spice im Lake District, bekannt für seine Pan-asiatische Küche, erlebt gerade eine aufregende Transformation. Nach einem Besuch vor einigen Monaten, der uns bereits beeindruckte, hat sich einiges verändert – und zwar zum Besseren. Der neue Head Chef, Ralph Rojas, der zuvor bei Gordon Ramsay’s Lucky Cat wirbelte, bringt frischen Wind und innovative Aromen in die Küche.
Ein abend voller geschmackserlebnisse auf der laurent-perrier terrasse
Unser Besuch begann mit einem willkommenen Aperitif und köstlichen Snacks auf der neuen Laurent-Perrier Terrasse. Besonders der Cornish Crab und die geräucherte Maräne waren ein wahrer Gaumenschmaus. Direkt mit Chef Ralph plaudern zu können, vor dem eigentlichen Dinner, fügte dem Abend eine persönliche Note hinzu.

Die bühne gehört dem koch: ein blick hinter die kulissen
Wir hatten das Glück, direkt am Chef’s Table Platz zu nehmen, mit freiem Blick auf das geschäftige Treiben in der offenen Küche. Das Spektakel, die Woks, die Feuer, die Sushi-Meister bei der Arbeit – all das verleiht dem Abend eine besondere Energie und Spannung. Man spürt förmlich die Leidenschaft und das Können, das in jedes Gericht fließt.
Die neue speisekarte: kleine teller, große aromen
Die Speisekarte setzt nun stärker auf kleine Teller, zum Teilen gedacht, und Sushi-Kreationen, die von den Gewürzen der Seidenstraße inspiriert sind. Ergänzt werden diese durch einige ausgewählte Hauptgerichte. Der Auftakt mit den Prawn Crackern, serviert mit einer Koriander- und Süßchili-Emulsion, war erfrischend und leicht – perfekt zu einem Glas Sauvignon Blanc aus Neuseeland. Danach folgte eine Auswahl an Sushi, darunter das Otoro, ein unglaublich reichhaltiges und buttriges Stück fetten Bluefin-Thunfisch.
Doch die eigentlichen Highlights waren die kleinen Gerichte. Das Wagyu Tataki, direkt vor unseren Augen gebraten und mit Trüffel-Ponzu und einer Trüffel-Emulsion verfeinert, war ein Fest für den Gaumen – reichhaltig, umami-lastig und einfach nur schmelzend. Mein persönlicher Favorit war jedoch das gegrillte Oktopus, leicht angechartert, in einem würzigen Korean BBQ-Glasur überzogen und mit einem Tofu-Schaum und Chimichurri serviert. Auch das ‘Kinilaw of the Day’, eine filippinische Ceviche-Variante, begeisterte mit der Kombination aus frischem Thunfisch, Kokosmilch, Essig, Calamansi (einer aromatischen Zitrusfrucht aus den Philippinen), Chili, Ingwer und knusprigen Schalotten. Die Säure schnitt wunderbar durch die Kokoscreme.
Den krönenden Abschluss bildete das Spice Fried Chicken (SFC) – extra knuspriges Hähnchen, gewürzt mit einer feurigen koreanischen Hot Sauce. Wie bei allen Gerichten im Gilpin Spice ist auch hier die Würze durchdacht ausbalanciert, nicht übertrieben.
Festliche aromen von der insel und aus asien
Aus den Hauptgerichten wählten wir den Beer Brined Cumbrian Pork Steak. Die Salzlake hatte das Schweinefleisch wunderbar zart gemacht und wurde mit Wildpilzen und einem aromatischen Thai Phat Phet-Glasur verfeinert. Dazu gab es den legendären Egg Fried Rice des Gilpin Spice und knackigen Tenderstem-Brokkoli mit Crispy Arare und einem Tofu-Schaum.
Obwohl wir eigentlich keinen Platz mehr hatten, konnten wir uns dem Kokosnuss-Limetten-Sorbet nicht entziehen. Es erwies sich als der perfekte, leichte und säuerliche Abschluss für einen unvergesslichen Abend. Mit Ralph Rojas an der Spitze steht das Gilpin Spice zweifellos vor einer noch größeren kulinarischen Zukunft – ein lebendiger und entspannter Ort, der sowohl Einheimische als auch Besucher begeistert.